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Bei Sonnenuntergang auf dem weißen Dach der Welt

Bei Sonnenuntergang auf dem weißen Dach der Welt

Neulich schenkte mir meine Familie ein paar Tage Freizeit: einen Kurztrip in die Nähe von Oslo, Montag hin, Mittwoch zurück, genial schnell und einfach erreichbar mit Air Berlin. Meine aus Berlin stammende norwegische Freundin Dagmar holte mich vom Flughafenzug ab, auf dem Weg zum Haus sahen wir eine Elch-Mama mit Kind, die sich leider beim Versuch, sie zu fotografieren schnell entfernten. So viel Aufmerksamkeit war ihnen nicht geheuer. Dann nur kurz sortieren und ab ging es in die Loipe zu einer kleinen 2,5-Stunden-Tour. Die Temperaturen lagen bei um die -10° C, etwas frischer als im langsam fast frühlingshaft anmutenden Berlin. Eine wunderschöne, ca. ein Meter dicke Decke aus frischen Schnee bedeckte die Umgebung, die Bäume bogen sich unter ihrer Last. Und mittendrin unsere Loipe, wir – und sonst nichts! Doch halt, einem anderen Skiläufer begegneten wir noch, aber das war auch wirklich alles. Das Streckenprofil war anspruchsvoller als ich es aus Österreich gewöhnt war, es ging eigentlich fast immer hoch oder runter, es gab fast keine entspannten flachen Gleitstücke. Da zeigt sich schnell, ob das Wachs stimmt! Dafür wurde ein wunderschöner Sonnenuntergang geboten, live in rosa-rot-weiß auf der Hochebene. Das letzte Stück führte uns in der beleuchteten Loipe zum Auto – und dann schnell nach Hause und ab in die Badewanne. Abends lecker Essen, ein bisschen Olympia mit norwegischem Kommentar und dann ab ins Bett. Dort war es nicht einsam, leisteten mir doch drei der vier Hauskatzen über weite Teile der Nacht Gesellschaft.

Im Sommer waren hier Schafe und Frösche...

Im Sommer waren hier Schafe und Frösche...

Nach ausgiebigem Frühstück starteten wir zu dritt unsere Tour, Dagmars Freund Roar hatte sich frei genommen und ging mit uns. Auch heute liefen Teilstrecken auf Wegen entlang, die wir im Sommer zu Fuß bewältigt hatten. Aber diesmal gingen wir über das Wasser, statt darin zu schwimmen. An unserem Lieblingsbadesee trafen wir auf ein Ferienlager für Kinder, es waren gerade Schulferien. Dort übten die Kids auf Langlaufskiern Slalomschwünge, Hindernisparcours und Sprünge (!), wirklich faszinierend für ein Berliner Stadtkind wie mich, so viele Grundschüler auf Skiern zu sehen, die einen unglaublichen Spaß hatten. Dann ging es ab in die Botanik, es wurde wieder einsamer. Lange nur weiß mit Bäumen und wir drei, hin und wieder eine Begegnung mit anderen Tourengehern, auch mal eine Familie, wo die Kinder in der Loipe locker-flockig vornewegskateten. Nach drei Stunden kehrten wir dann in einer Hütte ein und leisteten uns leckeren Kakao mit Sahne und warme Bullar. Dann ging es weiter, nochmal kräftig hoch und dann runter, runter, runter. Da macht Abfahren richtig Spaß. Nach insgesamt vier Stunden Laufzeit waren wir am Auto. Der Abend und die Nacht gestalteten sich identisch zum Tag zuvor.

Roar und Dagmar vor Schülerfreizeitteilnehmern

Roar und Dagmar vor Schülerfreizeitteilnehmern

Mittwoch früh ging es wieder zurück nach Berlin, diesmal gemeinsam mit Dagmar. Bei fast -20°C und Sonnenschein verabschiedeten wir uns aus Norwegen, um dann bei 6 Grad über Null im nassen Berlin wieder aus dem Flieger zu steigen – und zu denken: War das alles nur ein Traum? Aber die stürmische Begrüßung durch die Familie zeigte mir, dass ich wohl doch ein paar Tage nicht da war. Vielen Dank dafür!

Rita

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