Totalausfall oder Prolaps reloaded

Einblick ins Innerste

Vielleicht wundert sich schon jemand über meinen diversen Nichtstarts bzw. Absagen. Tja, die Saison 2011 wird wohl ein Totalausfall und ich werde mich vorwiegend meiner Reha widmen. Aber von vorne:

Meine immer wieder kehrenden Rückenprobleme wurden schon häufiger thematisiert. Die Entwicklung: Ausgangspunkt ist gewissermaßen 2003 (Beschwerden hatte ich schon seit ein paar Jahren), wo ich mitten in einer super Marathon-Vorbereitung von einem Bandscheibenprolaps (Vorfall) in Lendenwirbelkörper 3/4 und und einer Bandscheibenprotusion (Vorwölbung)  in LWK 4/5 gestopppt wurde. 2006 dann eine weitere äußerst langwierige schmerzhafte Attacke ohne wirklich diagnostizierbare Ursache. Seitdem regelmäßig und gewissenhaft durchgeführtes  Stabilisations- und Mobilisationstraining sollte mich vor weiteren Schäden bewahren. Es schien – von regelmäßigen aber nicht ganz so schlimmen Verspannungs- und Schmerzattacken abgesehen – auch seine Wirkung zu zeigen. So wagte ich mich auch in das Projekt Regensburg und schloss dies auch ohne größere Beschwerden sehr erfolgreich ab.

Letzten Spätherbst, nach einem längeren schönen Läufchen mit Peter, traten dann erstmals Beschwerden in der Rückseite des Oberschenkels auf, die Muskulatur schien dicht zu machen. Welcher Sportler ist gelegentliche Probleme nicht gewöhnt? Also erstmal abwarten, Laufen reduzieren bis Pause. Im Dezember viel Skilanglauf, relativ beschwerdefrei. Aber beim Laufen immer wieder diese Probleme. Im Januar ging ich dann endlich zu meiner Orthopädin, die diese auf meinen Rücken zurückführte. Also mal wieder KG. Ich probierte aus Bequemlichkeit einen Physiotherapeuten um die Ecke aus. Nun ja, Fehlanzeige. Immer mal wieder mache ich diesen Fehler, ohne Empfehlung irgendwo hinzugehen. Wirkung war in diesem Fall immerhin nicht negativ (auch das hat es schonmal gegeben), aber einen Physio ohne Ahnung von Sport, der einem am Ende auch noch Klappmesser als sinnvolle Übung ans Herz legt, sollte man lieber meiden.

Also neuer Versuch bei meinem Stammphysio in Zehlendorf. Er war sehr optimistisch, dass wir das wieder hinbekommen. Aber die Sitzungen vergingen und nichts änderte sich. Eher im Gegenteil. Laufen mied ich erstmal, die Beschwerden im Rücken mehrten sich.  So empfahl er mir, das doch mal genauer untersuchen zu lassen. Ein MRT-Termin war wie üblich erst einige Wochen später Ende Mai zu bekommen. Da der Verzicht auf’s Laufen mich nicht weiter brachte, zog ich mir nun auch wieder etwas häufiger die Laufschuhe an und drehte ein kleines Ründchen, es ging ja irgendwie ganz gut. Radfahren war super, die Vorsaison zeigt Wirkung. So hoffte ich, doch irgendwie meine geplanten Ziele in Angriff nehmen zu können. Aber der Rücken machte schließlich nicht mehr mit. Kurz vor dem MRT-Termin ging fast nichts mehr. Nur Stehen, etwas Gehen und Liegen im Wechsel. Diclo war mein bester Freund und richtete mich wieder auf. Und dann – endlich – die Diagnose: Bandscheibenprolaps in LWK 4/5 und Bandscheibenprotusion in LWK 3/4 (vereinfacht gesagt). Gewissermaßen bin ich froh, dass das Ding nun endlich einen Namen hat und ich weiß, warum ich erstmal auf Sport verzichten muss. Erstaunlich ist es, dass es bei mir, von den Beschwerden im Oberschenkel abgesehen, keine weiteren Ausstrahlungen und Ausfälle gibt. Dies ist wohl der Grund, warum bisher keiner an einen Bandscheibenvorfall dachte (oder dies laut aussprach).

Jetzt geht es mir eigentlich wieder ganz gut. Ohne Diagnose würde ich vermutlich schon wieder versuchen loszurennen oder -schwimmen. Aber ich denke, ich würde sehr schnell wieder gestoppt werden. Jetzt warte ich also auf meine weiteren Behandlungen. Begonnen hat es neben der übliche Physio mit Akupunktur, alles andere wird jetzt nach und nach besprochen.

Das größte Handicap sind wie so oft Schmerzen beim Sitzen und das Aufstehen danach. Das macht Autofahren und leider auch Arbeiten nicht so attraktiv. Ich hoffe, dass wir das bald halbwegs in den Griff bekommen.

Nebenbei widme ich mich der Aufgabe, meine schon getätigten Anmeldungen rückgängig zu machen. Spreewald-Tri ist schon abgesagt, jetzt muss ich noch mit Ratzeburg und Marathon sehen, ob ich abmeldetechnisch etwas erreichen kann. Und immerhin kann ich mich jetzt einigen häuslichen Aufgaben widmen, die sonst oft zu kommen. Das hält die schlechte Laune in Grenzen…

Rita

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