Adrenalin

Es sollte ein erster wichtiger Formtest werden. Doch die Pechsträhne reißt nicht ab. Nun sind gute 2,5 Wochen seit dem Ruppiner Duathlon vergangen. Was war passiert? Vom Start weg fühlte ich mich ein wenig leer. Vielleicht lag das an der kleinen Erkältung, die ich im Vorfeld hatte. Die Zeit für den ersten 5km Abschnitt war jedoch nicht so schlecht wie angenommen. Motiviert ging es auf die Radstrecke. Endlich wieder auf dem TT-Bike. Leider verspürte ich auch dort nicht den richtigen Raddruck, war aber froh mal wieder ohne Defekt in der Wechselzone angekommen zu sein. Mit zwei weiteren Athleten wechselte ich zeitgleich vom Rad auf den Asphalt. Dort dann ein dumpfer Schlag. Was war das? Bin ich mit meinem Nachbarn kollidiert? Bin ich gegen mein Rad gestoßen? War das ein Pedal, das gegen meinen Zeh schlug? Ich werde es wohl nie rausfinden. Mit zuviel Adrenalin im Blut ging es in Laufschuhen auf die abschließenden 5km. Zuerst lief es sich auch noch wie erwartet. Doch mit zunehmender Strecke drückte der Schuh immer mehr, besser gesagt der große Zeh. Langsam stieg auch der Schmerzpegel an. Bei KM4 waren die Schmerzen dann unerträglich. Mir war schlagartig bewusst, da ist was kaputt. Laufend und humpelnd erreichte ich das Ziel. Dort dann eine Erstversorgung im Rettungswagen. Mit Kühlpack und Stützverband zu Hause angekommen ging es weiter in die Notaufnahme. Diagnose: 4-fach-Fraktur des großen Zehs. 6 Wochen Pause und tragen eines Gipsschuhs. Zum Glück mussten keine Schrauben zur Stabilisierung rein, das wäre das Aus für den Staffelstart in Roth gewesen. Nach der dritten Nachkontrolle im Krankenhaus wächst der Zeh gerade und ohne Verschiebung zusammen. Mit etwas Glück geht es in 3 Wochen wieder aufs Rad.

 

Bilder: Roman von Contzen

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